Freiwillige Feuerwehr Sottrum

Rettungsgasse

Besonders in den Ferien ist wieder mit zahlreichen Staus auf den Autobahnen zu rechnen. Nicht zu vermeiden ist dabei auch der eine oder andere Notfall, bei welchem sich die Feuerwehr und Krankenwagen den Weg durch die Blechlawine bahnen müssen. Damit nach Unfällen keine wertvolle Zeit vergeht, müssen Autofahrer bei Staus eine Rettungsgasse auf der Autobahn einrichten. Seit dem 1.1.2017 gilt dabei eine neue Regelung.

Rettungsgasse bilden: So wird's 2017 richtig gemacht

Doch wie funktioniert die Rettungsgasse richtig? Wie unterscheidet sich diese, wenn man auf einer 2-, 3- oder 4-spurigen Autobahn unterwegs ist? Und was ist ab 2017 neu? In unserem Ratgeber findet ihr die Antwort.

Die Regelung für die Rettungsgasse findet sich in der Straßenverkehrsordnung:

„Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, so müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden“

 

– § 11 Abs. 2 StVO 2013

Seit dem 14. Dezember 2016 gibt es einen neuen Paragraphen zur Bildung der Rettungsgasse in der Straßenverkehrsordnung:

 

“Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrsteifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.” (§ 11, Absatz 2, Straßenverkehrsordnung). Die neue Regelung soll die Bildung der Rettungsgasse vereinfachen.

Wie eine ideale Rettungsgasse auszusehen hat, beweisen diese Aufnahmen aus Südkorea eindrucksvoll:

•Das bedeutet also, dass alle Autofahrer auf der linken Fahrspur an den linken Fahrbahnrand ausweichen müssen.

•Alle anderen Fahrzeuge fahren nach rechts.

•Rettungsfahrzeuge fahren also zwischen der linken und der zweiten Spur von links vorbei.

•Ab sofort sollte die Rettungsgasse zudem gebildet werden, sobald es nur noch mit Schritttempo auf der Autobahn vorangeht. Bislang galt die Regelung für den Stillstand des Verkehrs.

 

Rettungsgasse auf der Autobahn bilden und Leben retten

Mangelnde Rettungswege sind ein ernsthaftes Problem bei Staus und können in Notfällen wertvolle Minuten kosten. Die theoretische Fahrstunde, in welcher die entsprechenden Maßnahmen besprochen wurden, ist bei den meisten Autofahrern bereits Jahre her. Damit sich Personen im Stau richtig verhalten und Rettungswagen den notwendigen Platz zum Passieren eines Staus lassen, findet ihr nachfolgend Hinweise, wie eine Rettungsgasse auf der Autobahn richtig gebildet wird. Das Bilden der Rettungsgasse ist dabei laut Straßenverkehrsordnung keine Empfehlung oder ein wohlgemeintes Handeln, sondern für jeden Autofahrer verpflichtend.

 

Rettungsgasse bei zwei Fahrsteifen

Bei zwei Fahrstreifen fährt der Rettungswagen durch die Mitte. Autofahrer auf den linken Streifen müssen demnach auf den linken Fahrbandrand ausweichen, Fahrer auf der rechten Spur weichen entsprechend nach rechts aus.

 

3-Spuren

Bei dreispurigen Autobahnen wird die Rettungsgasse zwischen der ganz linken und der rechts danebenliegenden Spur gebildet.

4-Spuren

Bei vierspurigen Autobahnen verläuft die Rettungsgasse nicht mehr durch die Mitte. Bis Ende 2016 mussten die Autofahrer in den beiden mittleren Reihen nach links bzw. rechts ausweichen. Nun weichen die Fahrer ganz links nach links aus, alle anderen orientieren sich auf die rechte Seite der Straße. Auf den Außenspuren ist Aufmerksamkeit gefragt, immerhin müssen diese genügend Platz zum Ausweichen lassen.

 

Rettungsgasse auf der Autobahn

Der Standstreifen kann von den Rettungsfahrzeugen nicht für die Anfahrt zum Notfallstandort genutzt werden. Nicht selten macht gerade bei Staus der eine oder andere Wagen schlapp, der dann hier platziert wird und dementsprechend den Zufahrtsweg blockiert. Um die Gasse bilden zu können, darf der Standstreifen auch befahren werden.

Wer keine Rettungsgasse bildet und dabei die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge blockiert, muss mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Zusätzlich sollte man im Hinterkopf behalten, dass eine freie Fahrt für Notarzt und Feuerwehr Leben retten kann. Um kritische Momente im Notfall zu vermeiden, sollte man bei Staus bereits vorab vorausschauend fahren und die Rettungsgasse nicht erst bilden, wenn der Notarztwagen wild blinkend im Rückspiegel zu sehen ist.

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich, Ungarn und Tschechien ist die Bildung der Rettungsgasse verpflichtend vorgeschrieben. Vor der Reise in ein fremdes Land sollte man einen genauen Blick in die Bestimmungen zum Rettungsweg werfen. In Tschechien wird die Gasse etwa entgegen der deutschen Bestimmung bei dreispurigen Fahrbahnen zwischen der ganz rechten und der danebenliegenden Spur gebildet.